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2020.1.14

Ich hatte eine gute Nacht. Hier ist es 2 Grad kühler. Das hat ausgereicht, dass sich mein Körper gut erholen konnte.

Bei der Mediation am Morgen hatte ich ein helles, mildes Licht über mir und auch beim 3. Auge. Das Licht nahm den ganzen Raum um das dritte ein, innen und außen. Es erfüllte mich mit Freude darinnen zu verweilen. Der ganze Körper wurde lebendig. Bisher sah ich immer Lichter vor meinem 3ten Auge, jetzt wurde der innere Raum davon erfüllt. Natürlich dachte ich an das Tempelritual von gestern. Dank erfüllte mich.

Zum Jyotilingam: Jyotis heißt das Licht und lingam das Zeichen. Dazu gibt es eine Legende: Das Shiva Purana berichtet: Als sich Brahma und Vishnu darüber stritten, wer der größere Gott sei, erschien plötzlich eine große Lichtsäule. Um ihr Ende zu ergründen, flog Brahma als weißer Schwan nach oben, während Vishnu sich als Eber in die Erde eingrub. Beide konnten weder Anfang noch Ende finden, jedoch täuschte Brahma Erfolg vor, indem er eine Blüte zurückbrachte, die von oben heruntergefallen war, und behauptete sie am Ende gefunden zu haben. Daraufhin erschien Shiva aus der Säule heraus und erklärte, keiner der Götter sei der Größte, aber da Brahma auch noch gelogen habe, würde er von nun an nicht mehr verehrt werden. Die Lichtsäule, in deren Gestalt Shiva erschien, wird durch den Jyotirlinga repräsentiert und ist für den Gläubigen in Form des physischen Lingam an jenen 12 Orten präsent, die man Jyotirlingas nennt.
Oft finden sich Jyotirlingas in der Nähe von Shakti Pithas; das sind Tempel, die der göttlichen Mutter geweiht sind. Der Legende nach trug Shiva den Leichnam Satis in Trauer über ihren Freitod durch das Universum. Um Shiva zu befreien, zerschnitt Vishnu den Leichnam Satis. Wo immer die Körperteile hinfielen ist heute ein Shakti Pitham. Es gibt ca. 64 von diesen.

Eigentlich ist der Lingam eine Lichtsäule. Er symbolisiert die Schöpferkraft und ist die Energie, die Himmel und Erde verbinden. Wenn wir gut eingeschwungen sind fühlen wir auch diese Lichtsäule in uns.

Meine Reise von Rameshwaram nach Madurai war nicht so geplant. Im Internet habe ich mich über die Zug Klassen informiert. Schöne Sitzplätze wurden da angepriesen und gute Bedienung, die Chair Class. Als ich dann mein Ticket kaufte wurde mir gesagt, dass es nur 2. Klasse gibt. Es kostete nur 40 Rupien. Für 200 km brauchten wir 4 Stunden. Am Bahnhof ging ich die Waggons entlang. Bei einem streckte eine Frau die Hand heraus und sagte, dass da noch ein Platz frei sei. Ich hatte keinen Impuls dem zu folgen und ging weiter noch vorne. Dann stieg ich ein. Ein Einzelplatz am Fenster war noch frei. Als ich mich umsah, sah ich wieder einige von den schwarzgekleideten Devotes sitzen. Einer setzte sich gegenüber dem kleinen Gang zu mir und begann ein Gespräch mit mir. Ich fragte woher er kommt. Von Sabrimali war die Antwort, das hatte ich schon von Lakshmi gehört. Ayyapa wird dort als Gott verehrt. Das sind besondere Verehrer, in ganz Indien sind sie zu diesen Feiertagen unterwegs. Wir tauschten Adressen aus und Studien und unsere Vorlieben für das Spirituelle. Er hat Mechanik studiert und arbeitet bei einer großen Elektrofirma in Kalkutta. Beim ersten Halt des Zuges sprang er hinaus und war weg.

Der Zug blieb in jeder Station stehen. Er wurde immer voller. Schließlich setzten sich die Zugestiegenen auf den Boden. Eine moslemische Familie kam. 3 Frauen mit Burkas und 2 kleinen Kindern und eine Jugendliche und ein Mann. Ich dachte mir, dass es Harems Frauen sein könnten. Der Mann war sehr sorgsam um seine Mitreisenden bemüht. Erst als im Laufe der Zeit noch ein Sitzplatz frei wurde, setzte er sich selber hin. Nach Rameshwaram fuhren wir über eine Brücke, die nur Schienen trug, so schien es mir. Vom Fenster aus schaute ich direkt in das Meer. Der Zug fuhr höchstens mit 10 km/h. Die ersten 3 Stunden sind sehr schnell vergangen. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Dann begannen mirschon die Oberschenkel zu zerren. Ich traute mich nicht aufstehen, da ich gesehen hatte, dass ein freier Platz sofort von einem anderen eingenommen wurde. Wenn man aus dem Fenster schaute, schaute man überall in den Müll. Die ganze Gegend ist mit Reis bepflanzt. Der Grundwasserspiegel ist so hoch, dass überall Wasser zu sehen ist. Auf einmal war zu merken, dass wir schon in die Nähe von Madurai kommen. Palmen Plantagen und auch Bananenplantagen waren überall zu sehen. Der Reis wurde gerade geerntet. Kleine Mähdrescher machten die Arbeit.

Bei den größeren Stationen wird man mit Nahrung versorgt. Teilweise fahren die Verkäufer eine Station lang mit. Ich kaufte mir nur Nüsse. Von allem anderen hatte ich Angst wegen Infektionen.

In Madurai nahm ich mir eine Rikshaw und bat den Fahrer mich zu einem ruhigen, reinen und billigen Hotel zu führen. Das hat geklappt. Ich habe mir das Zimmer angeschaut und dann den Fahrer entlassen. Das werde ich in Indien auch in Zukunft so machen.

This Post Has 2 Comments

  1. Helga Gerber

    Lieber Hans. Schön, von dir zu lesen und dass es dir gut geht. Wir wünschen dir eine wunderbare und interessante Reise und wir werden weiterhin von dir lesen. Mit herzlichen Grüßen, Udo und ich

  2. Lieber Hans,
    danke das Du mir den Zugang zu Deinen Reiseberichten ermöglicht hast. Es ist sehr schön und angenehm Deine Berichte zu lesen. Ich wünsche Dir noch eine gute Reise und lass es Dir gut gehen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen.
    Namaste
    Stefan

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